Ritual und Gründlichkeit – der Rasur-Klassiker

DIE Nassrasur gibt es nicht, denn es gibt hier viele Varianten. Alle haben eins gemeinsam: sie benötigen etwas Zeit, Übung und Vorbereitung. Es sei denn natürlich, du begibst dich in erfahrene professionelle Hände. Viele Männer zelebrieren die Rasur jedoch als entspannenden Einstieg und gepflegten Start in den Tag.

Scharf und schärfer - das richtige Werkzeug zum Nassrasieren

Ob Rasierhobel, Rasiermesser oder Nassrasierer – die Bandbreite an Werkzeugen ist groß.
Welches das richtige für dich und deinen Bart ist, wirst du mit der Zeit herausfinden. Auch hier gilt: experimentieren bringt Abwechslung in den Alltag!

Rasierhobel
Wirken etwas altmodisch, erfüllen aber nach wie vor ihren Zweck. Sie sind ideal geeignet, um Bartkonturen auszurasieren oder exakt unter der Nase anzusetzen. Es gibt verschiedene Klingen zur Auswahl. Auf die Billigsten zu setzen, bringt wenig Freude. Sie reizen häufig die Haut und müssen schnell ausgewechselt werden. Die Ersparnis hält sich am Ende in Grenzen.

Rasiermesser
Das Profigerät unter den Nassrasierern und auf jeden Fall Heldentum pur. Wer hat nicht schon bei einem Western fasziniert dem Barber zugeschaut, wie er jemandem an die Gurgel geht. Das Rasiermesser verlangt Übung, etwas Talent und Ruhe. Wer das Rasieren zelebrieren will, für den ist das Messer erste Wahl. Zum Schleifen benötigst du einen Schleifstein, einen Lederriemen und Fett. Es ist nicht ganz einfach, das gleichmäßig hinzubekommen – auf jeden Fall aber einen Versuch wert.

System-Nassrasierer
Zwei, drei oder vier Klingen hintereinander – du hast die Qual der Wahl. Generell hebt die erste Klinge das Haar an und die weiteren schneiden ab. Ob die dritte oder vierte überhaupt sinnvoll ist, daran scheiden sich die Geister. Manche schwören auf die Gründlichkeit der Rasur. Allerdings ist der Spaß meist teuer, sodass es am Ende reine Abwägungssache ist.

In fünf Schritten zur perfekten Nassrasur

1. Haut und Haar vorbereiten
Anders als beim Trockenrasieren, ist es bei der Nassrasur von Vorteil, wenn Haut und Haare feucht sind. Deshalb empfiehlt sich die Rasur nach dem Duschen oder Waschen. Die Haut reagiert weniger gereizt und der Rasierer gleitet besser über das weichere Haar. Zusätzlich ein Peeling zu benutzen, hat den Vorteil, dass abgestorbene Hautzellen entfernt werden. Die Haut ist anschließend porentief rein und schön glatt.

2. Rasiergel oder -schaum auftragen
Ob Gel, fertiger Schaum oder Rasierseife, mit der du deinen Schaum selbst anrührst, das ist Geschmacksache. Der Zweck aller Mittel liegt darin, dass die Haut mit Feuchtigkeit versorgt wird und der Rasierer angenehm über die Haut gleitet – die beste Vorbeugung vor Rasurbrand und anderen Hautreizungen.

3. Klinge prüfen
Fange vorsichtig an, mit dem Rasierer eine Bahn zu ziehen. Fühlt sich die Klinge stumpf an und ist das Schnittbild unregelmäßig, dann tausche sie besser aus oder schleife das Messer. Denn stumpfe Klingen reizen die Haut unnötig und sind nicht effizient.

4. Rasieren
Jetzt geht es richtig zur Sache. Spätestens jetzt stellt sich die Frage: mit oder gegen den Strich? Keines von Beidem ist richtig und keines falsch. Weil dein Bart auch in unterschiedliche Richtungen wächst, kannst du einfach so rasieren, wie es sich für dich angenehm anfühlt. Das hängt auch davon ab, welchen Rasierer du verwendest.
Achtung! Spüle die Klinge nach jedem Zug ab und rasiere nicht zweimal über die gleiche Stelle – schon gar nicht ohne Schaum. Denn das reizt die Haut und kann Entzündungen verursachen.

5. Haut nachbehandeln
Kaltes Wasser ist das beste Mittel, um Schaumreste und Stoppeln zu entfernen. Es kühlt die beanspruchte Haut angenehm. Anschließend vorsichtig trockentupfen und ein feuchtigkeitspflegendes After Shave ohne Alkohol und/oder eine milde Hautcreme auftragen. Ist deine Haut sehr sensibel, verzichte besser auf After Shave, denn es könnte brennen. Neigt deine Haut zu Rasierbrand, wirkt Aloe Vera wahre Wunder. Der Pflanzensaft versorgt deine Zellen mit Feuchtigkeit beruhigt gereizte Hautpartien.